Ein Interview mit Christel Franz, die "Ein Netz für Kinder" initiiert hat: ein Förderprogramm, damit Kinder das Internet sinnvoll nutzen können.
Als sie ein Kind war, wollte Christel Franz Journalistin werden: Dank ihr gibt es jetzt das Programm „EIN NETZ FÜR KINDER“ beim Bundesbeauftragten - es ist ähnlich wie ein Minister - für Kultur und Medien. Die Kinderreporter des Bösen Wolfes haben sie getroffen, um zu erfahren, was das genau heißt.
Ich bemühe mich, „Geld zu finden“, damit neue Kinderinternetseiten geschaffen werden können.
Ja, aber gibt es genügend Seiten, auf denen Kinder Spaß haben können, auf denen sie wirklich etwas tun können? - Nein. Deswegen haben wir in meinem Ministerium entschieden, Geld für gute und surfsichere Kinderseiten zu besorgen.
Das heißt, wenn du im Internet unterwegs bist und Begriffe eingibst, du nicht ungewollt auf eine Seite kommst, auf der zum Beispiel Pornographie oder Hassdarstellungen oder ganz schlimme Gewaltszenen gezeigt werden. Dass du davor sicher bist, das heißt „surfsicher“.
Ein sicherer Surfraum heißt nicht nur, ein paar Angebote zu finden, die für Kinder unbedenklich sind, sondern möglichst viele auf einmal. Deshalb ist eine andere Aufgabe von mir, die Suchmaschine "Fragfinn".
Genau: Kinder-Google. Mein Internet. Mini-Internet.
Die Kinderwebseite Kidsville.de wurde lobend erwähnt und dann hat die Frau, die Kidsville betreibt, uns angerufen und gesagt, "vielen Dank für die Erwähnung, aber ich weiß nicht, ob ich die Seite weiter betreiben kann: ich habe kein Geld mehr." Da haben wir gedacht, dass das nicht so weitergehen kann.
Wir haben uns angesehen, wie Internetseiten für Kinder überhaupt gemacht werden. Wir haben festgestellt, oh je, oh je, damit kann man kein Geld verdienen! Wir geben zum Beispiel Geld für gute Kinderfilme aus. Aber es gehen viel weniger Kinder ins Kino als Kinder, die das Internet nutzen.
Nein, das, was wir machen, ist die einzige Internetförderung, die ich weltweit kenne.
Ja, ich bin sowieso einmalig, aber unsere Internetförderung ist auch einmalig. Manchmal gibt es einzelne Seiten, die gefördert werden: die Suchmaschine Blinde Kuh zum Beispiel wird vom Familienministerium gefördert oder die Kuppelkucker werden vom Bundestag unterstützt. Aber ein richtiges Programm, wo sich jeder aus ganz unterschiedlichen Ecken bewerben kann, das ist wirklich einmalig.
Ich schaue nach, wenn es Anträge für neue Internet-Angebote gibt, ob es wirklich etwas Neues ist, ob es gut ist. Weil natürlich nicht genug Geld da ist. Wenn wir alle Anträge fördern würden, dann bräuchten wir viel mehr Geld.
Ich finde es gut, wenn ich sehe, was Facebook für Möglichkeiten eröffnet. Zum Beispiel in Tunesien oder in Ägypten: Dass tatsächlich Leute zusammen gefunden haben und für die Demokratie etwas tun können, dafür finde ich Facebook toll.
Wenn Facebook wie ein Datenkrake ist und versucht, jeden auszuhorchen und ganz Persönliches mitzukriegen: nicht nur Fotos sondern auch deine Vorlieben, deine Hobbys, und immer mit neuen Tricks wie “gefällt mir“, „gefällt mir nicht“, „like it“ vorgeht, um dann zu sagen „Super, jetzt weiß ich ganz genau wie die Person ist, und diese ganzen Daten verkaufe ich, damit diesem Menschen dann ganz persönliche Werbung geschickt wird." Das gefällt mir überhaupt nicht.
Nein, ich mag ihn nicht, ich liebe ihn!!!
Ich arbeite total gern, es macht mir viel Spaß, mit kreativen Menschen zusammenzuarbeiten. Ich finde es toll, ihnen dabei zu helfen, ihre schönen Angebote zu machen. Dann arbeite ich auch sehr gern frei. Ich habe zu Hause ein Telearbeitsplatz, also kann ich auch zu Hause am Computer arbeiten.
Nee, nicht so viel. Ich finde das toll, wenn man praktische Sachen am Computer erledigen kann, weil man schnell Informationen bekommt. Aber ich gehe lieber ins Kino, lese gern, spiele Klavier und gehe zum Sport.
Hups! Wenn ich Leuten das fünfte Mal die gleiche Sache erklären muss und das Gefühl habe, sie haben es immer noch nicht verstanden. Oder wenn Leute immer nur die Probleme sehen und sagen „Nein, das geht nicht“.
Mein Ziel ist, dass es viele schöne Websites für Kinder gibt und nicht so viel Bürokratie und Vorschriften.
Hier in meinem Büro gibt es drei Männer und noch eine Frau außer mir. Beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gab es wie fast überall mehr Männer in Führungspositionen. Aber es hat sich sehr gebessert.
Nein, es ist in der Bundesregierung besser geworden, weil Rücksicht darauf genommen wird, dass man Familie hat. Jede Frau kann hier sagen, ich möchte meine Kinder betreuen, deswegen möchte ich auch ein Büro zu Hause einrichten können, und nicht nur im Büro arbeiten.
Ja, wenn man eine Führungsposition haben will, gibt es sogar die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten. Also, auch wenn man Kinder hat, kann man Chefin werden.
Na klar, wie Mädchen auch sonst andere Sachen als Jungs machen!
Das glaube ich nicht. Jungs machen mehr Computerspiele als Mädchen. Sie sind mehr im Internet und machen eben andere Sachen als Mädchen.
Frau Franz erklärt Clara und Coralie, was "Ein Netz für Kinder" bedeutet